Schnupperwoche der 8. Klassen

Vom 2. – 6. Februar waren die über 50 Jugendlichen unterwegs in Betrieben, um die Arbeitswelt kennen zu lernen und herauszufinden, welcher Beruf ihnen gefallen würde.
An dieser Stelle allen ganz herzlichen Dank, die diese Woche möglich machen, es ist uns bewusst, dass dies ein grosser Aufwand ist, die Jugendlichen in die Arbeit mit einzubeziehen und ihnen aufzuzeigen, was der Beruf beinhaltet. Die Jugendlichen können wirklich Einblick nehmen in die Berufswelt und die Rückmeldungen zeigen uns, wieviel in den Betrieben  dafür gemacht wird! Viele waren in mehreren Betrieben, andere genossen schon mal eine Woche das richtige Arbeiten.
 
Gerne listen wir hier die vielen Betriebe auf, die in der Schnupperwoche Jugendliche aufnehmen. Sollte ich ein Betrieb vergessen haben, entschuldigen wir uns schon im Voraus.
Es waren sehr viele!!!! Nochmals ganz herzlichen Dank!

Hotel „Weisses Kreuz“, Spiez

Hotel Ramada, Solothurn

Restaurant Palace, Biel

Hotel Simmenhof, Lenk

Restaurant zur Gedult, Burgdorf

Coiffure Ämme, Utzenstorf

Haarwerk, Burgdorf

Physiotherapie in Form, Bätterkinden

Apotheke Zentrum, Kirchberg

Drogerie Käser/Vögeli, Kirchberg

Sanacare Gruppenpraxis, Biel

Ochsner Sport, Lyssach

KV AXA Wintherthur, Thun

Gemeinde Utzenstorf

Drogerie Egger, Koppigen

Buchhandlung Haupt, Bern

Photovision A9, Bern

Hotel- Restaurant Zunft zu Wirthen

Bäckerei Stucki in Bätterkinden

Bäckerei Flury, Koppigen

Confiserie Brioche, Kirchberg

Metzgerei Krieg, Lyssach

Spital Sonnenhof, Bern

Spital Lindenhof, Bern

Spital Burgdorf

Klinik Siloah, Gümligen

St. Niklaus, Koppigen

Mösli, Utzenstorf

Hebammenpraxis, Utzenstorf

Tierdörfli, Olten

Tierpraxis Melusina, Utzenstorf

Weber Maler GmbH, Bätterkinden

BSH, Wiler

Gärtnerei Wyler, Utzenstorf

BFW Gartenbau, Bätterkinden

Zurflüh AG, Ersigen

Stuber Elektro, Utzenstorf

Rüeggsegger Elektro, Bätterkinden

Pauli Elektro, Burgdorf

Bill Sanitär, Utzenstorf

Schreinerei Studer, Utzenstorf

Casanova Gilomen AG, Utzenstorf

Schreinerei Schmid, Hettiswil

Simplex AG, Zollikofen

Amag, Bern

Kita Chutz, Utzenstorf

Kita Burgdorf

Hundehorte, Bätterkinden

Kindergarten, Utzenstorf

1.Klasse, Utzenstorf

2.Klasse, Utzenstorf

Restaurant Löwen, Messen

Medienzentrum, Messen

RSW AG, Lyss

Haslerrail, Bern

Migrosverteilzentrum, Neuendorf

Smart dynamic AG, Ostermundigen

Enggist + König AG, Utzenstorf

Testa&Partner, Bern

Studer AG, Lyssach

Käser Agrotechnik, Koppigen

Agrotechnik, Bätterkinden

Pfiffner AG, Utzenstorf

Grunder Ingenieure, Burgdorf

HMF Formenbau, Utzenstorf

Notariat und Advokatur Ambralaw

Q – Turn, Bern

Dorfkäserei, Koppigen

Müller Informatik, Koppigen,

Fust AG, Zuchwil

Otto’s, Kirchberg

Coop Bau und Hobby, Zuchwil

Mobbingberatungsstelle, Bern

Zürich Versicherung, Burgdorf

Beobachter, Zürich

Denner, Bätterkinden

Brand Schrift & Grafik Ersigen


Aussagen aus den Betrieben

Lehrlinge sind teilweise einfach zu finden, Berufsleute aber schwieriger.

Wir legen Wert auf eine saubere, gepflegte Erscheinung.

Wir möchten von den Schule vor dem Schnuppern gerne vernehmen, was wir voraussetzen können.

In unserem Beruf ist Verschwiegenheit höchste Pflicht.

Wie zeigt uns der Schüler sein Interesse? Mir fehlt das Nachfragen.

Wer eine Lehre bei einem Sportartikelgeschäft machen will, soll selber auch sportlich sein und sich in verschiedenen Sportarten auskennen.

Als Geomatiker muss man sehr gut sein im Fach Mathematik.

Wir machen oft vor einer Anstellung eine „Beobachtungsrunde“ während der Kaffeepause.

Das ist jetzt das erste Mal, dass ein Lehrer während den Schnuppertagen vorbeischaut. Wir schätzen das sehr.

Gute Umgangsformen sind in unserem Beruf unabdingbar und sehr wichtig.

Schülerinnen und Schüler sollen freundlich grüssen und sich schnell vorstellen, wenn sie ein Büro betreten.

 

Wir interessieren und sehr für die Familienverhältnisse.

Mit sehr guten Zeugnisnoten tendieren viele zum Gymnasium, diese Leute fehlen dann in anspruchsvollen Berufslehren.

Die Schule sollte vermehrt auf diesen Zustand hinweisen.

 

Sie hat eine sehr ruhige Hand beim Abfüllen.

Ein Piercing würden wir tolerieren, mehrere und in den Lippen kaum. Lehrlinge haben uns auch schon gefragt, ob sie eines machen dürfen.

 

Viel können die Schnupperstifte in dieser kurzen Zeit nicht machen, aber wir versuchen eine möglichst grosse Übersicht zu vermitteln. Vor allem ist viel zuschauen und zuhören.

In einer Schupperlehre muss man noch nicht so schnell sein.

Praktisch alle Angestellten sind auch Vorarbeiter. Die Selektion der Lehrlinge ist aber Chefsache.

Die Berufe, die erst gerade geschaffen wurden, gibt es in unserer Branche bereits schon nicht mehr. Darüber sind wir an der Front nicht nur glücklich.

Die Berufseinführungskurse –an sich eine schlaue Sache- wurden zum Geldgenerator. Lehrlinge kommen zurück und erzählen, dass sie weniger gelernt hätten, als im Betrieb möglich gewesen wäre.

Die erste Berufserkundung dient der Abwägung, ob es mir gefällt oder nicht. Ob es meinen Erwartungen entspricht. Wenn sich der Lehrling ernsthaft für den Beruf interessiert, muss er schon noch ein zweites Mal kommen.

Schnuppern kann man zwar hier bei uns, die Ausbildung findet aber zentral an einem anderen Ort statt.

Ohne Erlaubnis des Chefs dürfen wir niemanden rein lassen.

 

Das ist jetzt aber schön, dass Sie vorbei kommen. Das hat bis jetzt noch nie jemand gemacht.

Wir sind ein Familienbetrieb. Alle müssen irgendwie mithelfen, dass es reicht fürs Auskommen. Für Angestellte sind wir zu klein.

 

 

Von der Ausbildung her kann die Schnupperlehrtochter diese Ausbildung zwar nicht direkt machen. Eventuell erwächst aber durch die Erkundung ein innerer Antrieb, der über Jahre hinweg zu Motivation für den Umweg verhilft und somit zum Ziel.

Die Schnupperlehrlinge fangen bei uns gleich früh an wie die Angestellten. Das ist zwar gesetzlich etwas problematisch, die zukünftigen Berufsleute sollen aber unbedingt einen realistischen Eindruck von den späteren Arbeitsbedingungen erhalten.

Hätte ich mich vor zwei Jahren nicht selbstständig gemacht, wäre ich jetzt arbeitslos.

Viele Junge wollen keine Verantwortung mehr übernehmen. Die Führungsstellen müssen an Berufsleute aus dem Ausland vergeben werden.

Ich kann nicht mehr jeden Realschüler nehmen. Gerade in den Bereichen Deutsch und Math hat man das Niveau für unsere Ausbildung auf ein Niveau angehoben, höher als im Berufsalltag benötigt. Aber man muss den Zugang zur Berufsmatura gewährleisten können.

 

Zitate aus der Schnupperwoche

„Gruppenreisende sind unser grösstes Kundensegment. Oft beherbergen wir Reisegruppen aus Indien oder China, die alle auf das Jungfraujoch wollen. Schweizer Touristen sind bei uns selten.“

Das Richten (Dosieren und Bereitstellen) der Medikamente für die Patienten erfordert hohe Konzentration, denn dabei dürfen keine Fehler unterlaufen. Ein hilflos herumstehender Klassenlehrer, der die Schnupperlehrtochter mit Fragen löchern will, ist hier fehl am Platz.

„Buchhändlerin ist ein schöner und vielseitiger Beruf. Allerdings ist es oft schwierig, eine Lehrstelle zu finden und auch nach der Ausbildung sind freie Arbeitsstellen rar. Man muss wissen, auf was man sich einlässt“.

„Viele Kunden, die bei Discountern billige Waren kaufen, sind oftmals vom Produkt enttäuscht und schätzen die kompetente Beratung in einem Fachgeschäft“.

„Es gfallt mir sehr guet und alli si sehr nätt. Mängisch isch es aber scho chli gruusig; geschter isch i eim Zimmer dr WC- Rand voll Haar gsi- also vom `ne Ma...“.

„Bei uns haben Lehrlinge auch die Möglichkeit, Einblicke in die Produktion zu gewinnen. Dies ist im Hinblick auf die Lehrabschlussprüfung ein grosser Vorteil, da bei den Prüfungsinhalten grossen Wert auf die Warenkunde gelegt wird.

„Am ersten Abend hatte ich etwas Rückenschmerzen, ansonsten ist es für mich kein Problem, 8 Stunden auf den Beinen zu sein! Wenn man immer etwas macht, geht die Zeit schnell vorbei“.

„Auf welcher Abteilung ich arbeite? Den Namen weiss ich jetzt nicht mehr genau. Es ist die Abteilung für Leute, die etwas mit dem Bauch haben“. (Viszeralchirurgie)

„Mich würde die Neurologie interessieren. Ich stelle es mir aber auch belastend vor, wenn Leute sterben oder nicht mehr ganz klar im Kopf sind“.

„Im Winter arbeitet man meist drinnen, aber nicht immer in einem geheizten Raum wie hier. Für Aussenanstriche ist es jetzt zu kalt und zu nass. Im Sommer ist die Arbeit intensiv: die Auftragslage ist dann teilweise sehr hoch und man ist oft der prallen Sonne ausgesetzt.“

„Auf der Baustelle gibt es selten Probleme, da finden sich die Jungen zurecht. Mit den Algebraaufgaben der Berufsschule sieht es oft etwas anders aus, dann setze ich mich halt mit ihnen hin.“

„Die Ausbildung zum Mechatroniker ist anspruchsvoll und schulisch überladen. Die vierjährige Ausbildung beinhaltet in gekürzter Form den Lernstoff der Berufe Mechaniker und Elektrotechniker, den man ursprünglich in acht Jahren Ausbildungszeit zu bewältigen hatte.“

„Eigentlich wissen Schnupperlehrlinge, wie man sich beim Schnuppern verhalten soll. Vereinzelt kommt es vor, dass Jugendliche als erstes fragen, wo sie ihr Handy aufladen können oder ob sie abends eine Stunde früher gehen können.“

„Es ist zum Teil erstaunlich, wie selbstverständlich sich die Jugendlichen auf die Kinder einlassen können. Sie versuchen gerade beim Verkäuferli- Spielen mit ihnen zu zählen. Die Kinder bei ihren Interessen abzuholen und sie zu dort zu fördern, ist sehr wichtig.“

„Ein à la carte- Betrieb ist sicher viel kreativer und interessanter für die Lehre, aber man darf sich keine Illusionen machen: den Kontakt zum sozialen Umfeld verliert man. Man muss das wirklich wollen.“

„Wenn man in dieses Restaurant eintritt, fühlt man sich einfach wohl. Das Holz, die schönen gedeckten Tische… und die Leute sind einfach sehr nett. Die Chefin setzt sich gerne mal zu den Gästen und dann geht es meistens eine halbe Stunde, bis sie wieder aufsteht.“