Berufsweltmeister Samuel Schenk auf Besuch in der Schule untere Emme

In der Schule untere Emme wollen wir die 10 Schlüsselkompetenzen der Berufslehre in den nächsten Jahren genauer unter die Lupe nehmen. Dies nach den letztjährigen Befragungen in den Lehrbetrieben während der Schnupperlehre der Achtklässler/Innen. Die Schulischen Leistungen standen kaum bei einem Betrieb an oberster Stelle, einige nannten spezifische Fächer wie Mathematik, Deutsch je nach Beruf.

Viel wichtiger sind ihnen aber eben die Schlüsselkompetenzen: Lernbereitschaft, Höflichkeit und Umgangsformen, Einsatzfreude, Teamfähigkeit, Selbständigkeit, Pünktlichkeit, Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit, Ordnungssinn und Ausdauer. Jedes Jahr wollen wir nun eine dieser Schlüsselkompetenzen im 2. Semester im Schulalltag genauer unter die Lupe nehmen und daran arbeiten. Dieses Jahr ist die “Höflichkeit und Umgangsformen“ unser Thema.

Als Kick off erzählte uns Sämi Schenk an einem Weiterbildungsnachmittag in einem packenden Referat seinen Werdegang zum Berufsweltmeister. Die 100 Lehrpersonen der Schule untere Emme erlebten einen begeisterten Elektroinstallateur, der wohl nicht der fleissige Schüler war, aber die Schlüsselkompetenzen beherrschte und damit die Lehrstelle bekam, die er wollte, obwohl er nicht unbedingt die Schulischen Voraussetzungen mit sich brachte.


Die Neuntklässler/Innen durften das Referat von Sämi Schenk dann später auch noch erleben. Zwei Berichte zeigen die packende Geschichte und lassen einen spüren, dass sie motivieren kann, in die Berufswelt einzusteigen:


Der Weg zum Weltmeister

Am 09.12.14 kam Samuel Schenk zu uns in die Schule und hielt einen Vortrag.

Der Weltmeister im Beruf Elektroinstallateur zeigte uns, wie er zu dieser großen Auszeichnung gekommen ist.

Nach einer kurzen Einleitung zu seiner Person, erzählte uns der Schweizer wie er genau, wie wir jetzt in der 9. Klasse, auf der Suche nach einer Lehrstelle war.

Ihm war es wichtig, eine Lehre zu finden, an der er Freude und Spaß hatte, weil man sich ja die nächsten drei Jahre lang damit befassen musste.

Auch wenn es ein Beruf war, der eine höhere Schulstufe erforderte, musste man Motivation und Einsatz zeigen, um diese Lücke wieder aufzuholen.

Nach einer gut abgeschlossenen LAP, bot sich Ihm eine große Chance.

Er war das beste Beispiel dafür, wenn man sich Mühe gibt und Motivation zeigt alles schaffen kann!

Von den Regionalausscheidungen zu den Schweizermeisterschaften und dann sogar bis zur Weltmeisterschaft.

Aber auch da ist alles machbar mit der richtigen Einstellung und Vorbereitung.

Es muss für Samuel ein unglaubliches Gefühl gewesen sein für die Schweiz Gold im Beruf Elektroinstallateur gewonnen zu haben.

Im Großen und Ganzen, war es ein toller Vortrag der einem Mut machte und zeigte, dass man alles schaffen kann.

Remo Blaser


Bericht Samuel Schenk

Am Nachmittag in den ersten beiden Lektionen wurden alle neunten Klassen nach Utzenstorf in die Aula der Schule gebeten um einen Vortrag eines Mannes, der einen bewundernswerten Karriereaufstieg hingelegt hat, zu hören. Samuel Schenk wurde 2013 Weltmeister bei der World Skills in der Disziplin Elektroinstallateur und erzählte, uns wie es dazu gekommen ist.

Samuel Schenk (22) war in der Schule ein nicht sehr motivierter Schüler und kam so von der Primarstufe in die Realklasse. Bei der Berufswahl, nach einigen Schnupperpraktika, war ihm klar, dass er die Lehre als Elektroinstallateur machen möchte. Trotz den Voraussagen der Lehrer und der Berufsausbildner, dass es schwierig werden würde mit einem Realschulabschluss eine Lehrstelle zu finden, gab er nicht auf. Nach vielen Stunden lernen und guten Schnupperpraktika bekam er seine Wunschlehrstelle.

Er konnte vieles lernen und wurde auch im Betrieb sehr gut aufgenommen. Bei der Abschlussprüfung setzte er sich das Ziel, mit mindestens einer Fünf abzuschliessen und schaffte es schliesslich sogar mit einer 5,3.

Die Lehrlinge mit der besten Abschlussprüfung, zu denen auch Samuel Schenk gehörte,  bekamen die Möglichkeit an einem Kantonswettbewerb teilzunehmen. Nach langer Vorbereitung, in seiner Freizeit, erreichte er den zweiten Platz.

Die drei besten Schweizer Lehrlinge jedes Berufs wurden nun zur Weltmeisterschaft eingeladen. Ein halbes Jahr vorher begann man zu trainieren.

Samuel Schenk erzählte, er habe eine ganze Woche pro Monat trainiert, vor allem um schneller zu werden. Ausserdem gab es Gruppentrainings zur Teambildung.

An der Weltmeisterschaft in Leipzig trat er nun gegen die besten Elektroinstallateure der Welt an. Nach vielem Schwitzen und Arbeit war der Wettkampf, für den so lange trainiert worden war, vorbei und die Preise wurden verliehen. Schon der zweitgenannte Beruf war Elektromonteur. Und siehe da, Samuel Schenk hat den ersten Preis gewonnen.

Der Bericht, wie es Samuel Schenk gelungen ist, von einem nicht besonders motivierten Schüler zum Weltmeister als Elektroinstallateur zu werden, war sehr faszinierend. Durch den Bericht und die Betonung darauf, dass man nach der Schule auch mit einem  Realabschluss eine so tolle Karriere machen kann, war sehr motivierend. Der Vortrag war sehr faszinierend und vor allem hat es uns ermutigt, in der zukünftigen Lehre alles zu geben. 

Lisa Kellenberger