Karate 2018

Wer an Karate denkt, erinnert sich schnell an einen Karatekämpfer, der miteinem wuchtigen Handkantenschlag Ziegelsteine durchschlägt. Solche Kraftleistungenimponieren immer. Sie schaffen aber auch eine Kluft zwischenRealität und Illusion.Nicht nur Kinder träumen bei diesen Bildern davon, selbst ein solcher Karate-Kämpferzu sein. Spätestens während des anspruchsvollen Karatetrainingsrückt die Handkante – als schlagendes Beil – immer weiter weg. Zurück bleibtein Training, das von Körper und Geist Leistung abverlangt.Karate hat von seiner Struktur her das Zeug nicht, ein Massensport zu werden,wie z.B. Fussball. Karate ist im strengen Sinn nicht Spiel, nicht Sport, sondernKampf. Im Karatetraining wird viel Zeit darauf verwendet, den Körper zu stärken,um dessen Kraft gezielt für die Abwehr und Schläge einzusetzen.

Kopf (Vorstellungskraft) und Kraft werden zu Zusammenarbeit geschult.Erhöhtes Selbstwertgefühl und Leistungsbedürfnis sind die Belohung für dieTrainingsstunden, und genau hier sind die gesundheitlichen Vorteile zu finden.Heute wird von den Kindern viel Kopfarbeit verlangt. Als Ausgleich werden ihnen verschiedene Sportarten angeboten. Dabei steht vielfach wieder einseitig nur die körperliche Ertüchtigung im Vordergrund. Karate geht hier eigene Wege.

KARATE VERLANGT KOPF UND HAND. Beide kommen nicht zu kurz, denn:DENKEN ist ein so wenig nur eine Angelegenheit des Gehirns, wie BEWEGUNG nur eine Angelegenheit des Körpers sein kann.Der Karateweg lässt die Kinder ihren Körper und ihre Sinne neu entdecken. Muskeln, die vorhernur faul und träge waren, werden jetzt allesamt gespürt und gebraucht, keiner ist unwichtig.Mädchen und Buben, die Karate trainieren, werden ruhiger, weil ihnen gesteigerte Körperkraft mehr Sicherheit gibt. Besonders bei unsicheren, nervösen und verhaltensgestörten Kindern hilft Karate oft mehr als Medikamente.