Ausdauer war die Schlüsselkompetenz, die die Schule untere Emme durch das Schuljahr17/18 begleitete

An der Schule untere Emme begleitet uns seit einiger Zeit eine der zehn Schlüsselkompetenzen durchs ganze Schuljahr. Ganz unterschiedliche Projekte entstehen dabei, und gerade die älteren Schülerinnen und Schüler reflektieren ihr Verhalten und ihre Meinung zur jeweiligen Schlüsselkompetenz intensiv. Je älter die Kinder sind, je mehr wird ihnen bewusst, wie gut es ist, die 10 Schlüsselkompetenzen zu beherrschen und je nach dem auch zu üben.

Die Kinder und Lehrpersonen haben ganz viele Gedanken, Diskussionen, Bilder und Projekte festgehalten:

Schaffen es die Kinder des Kindergartens 2 und der Klasse 1./2.b, eine Schlange aus Clics rund um das Schulhaus zu konstruieren? Ausschlaggebend für den Erfolg waren die Ausdauer und das Zusammenarbeiten. In zwei Gruppen gegeneinander anzutreten, spornte die Kinder noch mehr an und sie waren voller Elan dabei. Bravo, so eine lange Clics-Schlange hat noch niemand zuvor gebaut! 

Mit Ausdauer zum Ziel!

Aufgabe: mit einem Esslöffel Wasser transportieren, gemeinsam in der Gruppe so effizient wie möglich das 1 Litergefäss füllen. Da zählte nicht die Schnelligkeit, sondern Sorgfalt und eben Ausdauer!

Im Kindergarten sind die Kinder noch sehr jung und dementsprechend ist auch die Ausdauer. Oft kommen sie in den Kindergarten und entdecken so viel und wollen möglichst viel ausprobieren und anschliessend möglichst schnell zum nächsten Spiel. Für die Kindergartenkinder ist eine Sanduhr (besonders die grosse Sanduhr 16cm gross) im Alltag eine grosse Hilfe für ihre Ausdauer.

Dadurch können sie visuell überprüfen, wie lange sie noch warten müssen, usw.

Wir haben in diesem Zeitfenster viele diverse Aktivitäten gemacht, bei denen die Kinder Ausdauer brauchten. Als Beispiel haben wir gemeinsam ein Mittagessen gekocht. Alle mussten mithelfen und man musste schneiden, kochen und helfen bis alles fertig war. Auch beim Essen haben wir aufeinander gewartet bis alle fertig gegessen hatten. Dies war eine grosse Herausforderung für manche Kinder.

Das Erarbeiten eines Theaterstückes erfordert Ausdauer in verschiedenen Bereichen:

Den Aufbau gestalten wir, indem wir zuerst nur kurze Szenen üben, dann immer mehr Szenen anfügen, bis die Kinder so viel Ausdauer haben, dass wir das ganze Stück spielen können.

Das Theaterspielen fördert viele Kompetenzen, Ausdauer ist eine zentrale davon.

  • Die Texte auswendig lernen
  • Die Rollen einüben
  • Warten und aushalten, wenn ich nicht dran bin
  • Szenen wiederholen
  • Und vieles mehr

Jeden Morgen üben die Kinder zirka 30 Minuten die Ausdauer mit Tischspielen, welche auch die Feinmotorik, die Wahrnehmung und ihre Konzentration verlangen.

Ein 'kleines' Projekt zu Mathematik und Ausdauer hat aber die Schülerinnen und Schüler gefordert:

Sie mussten

  • zwei A3 Blätter zusammenkleben è ergab die Vorlage mit der Pyramide.
  • von dieser Pyramide schätzen, wie viele Felder sie hat (900).
  • danach exakt bestimmen, wie viele Felder es sind.
  • die Zeit schätzen, um alle Felder fortlaufend zu nummerieren.
  • alle Felder nummerieren und die Zeit stoppen.
  • schätzen, wie viele Ziffern sie gesamthaft geschrieben haben.
  • bestimmen, wie viele Ziffern es von 1 – 100 sind.
  •  von den Zahlen 1 – 100 bestimmen, wie viele von jeder Ziffer (0 – 9) sie geschrieben haben.

Ich habe einen Nachmittag mit 3 Lektionen gewählt, damit das Ende absehbar war.

Ein „Wii lang geits no?“ oder „Muessi dss mache?“ in ein „Was..,isch d Ziit scho verbii? oder „Wenn chöimer wieder?“ zu verwandeln, war das Ziel beim Fördern der diesjährigen Schlüsselkompetenz „Ausdauer“.

Die Klasse 3b durfte verschiedenste fächer- oder stufenübergreifende Projekte, die enormes Durchhaltevermögen verlangten und ermöglichten, erleben. Das Highlight war sicher die

Kostümierung für den Kinderumzug an der Fasnacht in Solothurn (1a und 3b).

- Planung, Herstellung und Gestaltung von verschiedensten Fahrzeugen aus Kartonkisten und sonstigem Recyclingmaterial

Mit der Ausdauer ist es so eine Sache. Bezogen auf Sport ist das uns allen ein Begriff. Aber dass es auch bezogen auf die Schule von Vorteil ist, wenn man über Ausdauer verfügt, ist nicht allen bewusst.

 

Ich habe meine Schülerinnen und Schüler gefragt, welche Tricks sie haben, um ihre Ausdauer möglichst lange aufrecht zu erhalten. Hier ihre Antworten:

 

  • Wenn ich nicht mehr aufs Blatt oder auf den PC schauen mag, wechsle ich ein paar Worte mit dem Pultnachbarn, oder stehe kurz auf, um etwas trinken zu gehen. Florian
  • Ich plane Pausen ein, in denen ich nicht an die Arbeit denke. In den Pausen höre ich Musik, esse was Kleines oder setze mich kurz nach draussen zum "Auslüften". Nina
  • Machen muss ich es so oder so. Ich versuche immer, meine Pflichten an einem Stück zu erledigen, damit ich nachher Zeit für anderes habe. Alessia
  • Ich versuche, möglichst bald nach dem Nach-Hause-kommen meine Arbeiten und Hausaufgaben zu erledigen. Ich nehme etwas zu essen und zu trinken in mein Zimmer, mache aber normalerweise keine Pausen. Es lenkt mich nur ab, wenn ich beispielsweise das Handy hervornehme. Rahel
  • Mir hilft es, wenn ich ein Ziel, eine Belohnung vor Augen habe. Zum Beispiel, dass ich mich mit Freunden treffe. Manchmal mache ich auch bewusste Pausen, in denen ich etwas esse, um Kraft zu tanken. Lisa
  • Wenn ich nicht mehr arbeiten mag, beschäftige ich mich für mindestens eine Stunde mit etwas Anderem und komme später auf die Arbeit zurück. Jonas
  • Ich motiviere mich mit dem Gedanken an die Freizeit, die ich habe, wenn ich meine Arbeit erledigt habe. Ich versuche, alles an einem Stück zu erledigen, was ich besser finde, als immer daran denken zu müssen, was ich noch alles zu tun habe. Sven
  • Normalerweise setzte ich mich gleich an die Hausaufgaben und erledige meine Arbeit, wenn ich von der Schule nach Hause komme. Selten mache ich zwischendurch eine Pause, in er ich etwas esse. Gina
  • Ich konzentriere mich nur auf eine Sache, mache also beispielsweise nur meine Hausaufgaben, ohne dabei das Handy zu benutzen oder den Fernseher laufen zu lassen. Damit ich während dem Arbeiten keinen Hunger bekomme, esse ich vorher meistens etwas Kleines. Ausserdem habe ich immer eine Flasche Wasser auf dem Tisch.  Philipp
  • Ich fertige schon seit Jahren eine To-do-Liste an. Diese kann langfristige Projekte oder kurzfristige Hausaufgaben beinhalten. Wenn ich nicht mehr arbeiten mag, kann ich beim Klavierspielen abschalten, oder erledige etwas nicht so Kopflastiges. Ausserdem habe ich immer ein Getränk dabei. Anina
  • Ich erledige meine Pflichten am liebsten gleich, wenn ich nach Hause komme. Oft esse ich davor etwas Kleines. Damit ich möglichst effizient bin, versuche ich, mich nicht vom Handy oder Fernseher ablenken zu lassen. Wenn ich bei irgendeiner Arbeit ins Stocken gerate, stelle ich diesen Teil hinten an, und mache zuerst an einem anderen Teil weiter.  Antonio
  • In der Schule hilft es mir, wenn ich andere sehe, die konzentriert am Arbeiten sind. Zu Hause ist das etwas schwieriger. Ich arbeite gerne mit Musik im Hintergrund. Wenn mir die Konzentration fehlt, lege ich eine ca. 10-minütige Pause ein, um wieder Motivation zu finden. Nadja
  • Ich plane im Voraus. Ich versuche möglichst viele Arbeiten auf einmal bzw. frühzeitig zu erledigen, um danach meine Freizeit geniessen zu können, ohne dauernd an die Arbeit denken zu müssen.  Laura
  • Wenn ich Arbeiten für die Schule erledige, plane ich zuerst: Was macht Sinn vor dem Training, wofür brauche ich mehr Zeit, etc. 

Ich habe keine fixen Arbeitszeiten. Manchmal arbeite ich am Nachmittag zu Hause am Esstisch, manchmal erst am Abend nach dem Training im Bett. Ich habe drei Brüder, die oft auch laut sind, was mich aber nicht stört. Wenn ich am Computer arbeite, höre ich dazu immer Musik. Das lenkt mich manchmal ein bisschen ab, weil ich gerne auf den Songtext höre. Ich arbeite nach Themengebieten, nach jedem Themengebiet mache ich eine etwas kürzere oder längere Pause, in der ich meist das Mobiltelefon zur Hand nehme. Ich habe allerdings schon gehört, dass das nicht gut ist, da man dadurch das eben gelernte gleich wieder vergisst.  Eladia

  • Ich versuche langfristig zu planen und meine Zeit einzuteilen. Paula
  • Wenn ich genügend Zeit habe, bin ich am meisten motiviert, wenn ich regelmässig Pausen einlegen kann. Diese fülle ich unterschiedlich: Ich esse etwas, bin am Handy oder schaue etwas im Fernseher oder auf Youtube. Alina 

In der Klasse wurde eingangs diskutiert, in welchen Situationen man Ausdauer braucht. Der Begriff war den Lernenden vor allem im Zusammenhang mit Sport bekannt. Inspiriert von einem Bild zum Thema Ausdauer, das wir im Internet gefunden haben, entschlossen die Lernenden selbst eine Werbekampagne zum Thema Ausdauer zu entwickeln.

Als Projekt zur Kernkompetenz "Ausdauer" haben sich die Klassen 6a und 6b im Geografieunterricht mit den Kantonen der Schweiz beschäftigt. Jeder Schüler und jede Schülerin hat sich dazu mit einem Kanton auseinandergesetzt. Für den dreiteiligen Auftrag wurde fleissig recherchiert, am Laptop ein eigenes Dossier gestaltet, ein Vortrag geschrieben und ein Plakat angefertigt. Über mehrere Wochen wurde so selbstständig gearbeitet, um das Projekt zum Schluss seiner Klasse vorzustellen.

Eine Klasse füllte einen Fragebogen aus zum Thema Ausdauer. Hier ein Einblick:

 

Zähle Aufträge / Tätigkeiten auf, die du seit Januar 2018 in der Schule ausgeführt hast, welche von dir viel Ausdauer verlangt haben:

- NMM - Vortrag erarbeiten                                                          - Für Teste üben / Teste schreiben

- Klassenlektüre                                                                                  - Mathematik - Arbeiten

- Zeichnung „Perspektive“                                                              - Skilager

- Kilometerrennen                                                                             - TTG - Arbeiten

 

Zähle Tätigkeiten auf, die du seit Januar 2018 ausserhalb der Schule / zuhause ausgeführt hast, welche von dir viel Ausdauer verlangt haben:

- Zimmer aufräumen                                                                        - Putzen

-  Zuhause helfen                                                                               - Gartenarbeit

- Teste üben                                                                                         - Hausaufgaben machen

- Französischwörter lernen                                                             - Buch lesen

- ferngest. Metall - Dampfschiff bauen                                      - Zeichnungen

- Hund erziehen                                                                                  - Slow - Up

- Fussballtraining                                                                               - Joggen

- Reiten                                                                                                  - Wenn ich warten muss.

 

Bei welcher Tätigkeit hast du in deinem Leben bisher am meisten Ausdauer gebraucht?  

- Weiss ich nicht mehr.                                                                     - beim allerersten Buchvortrag (3.Kl.)

- Kilometerlauf                                                                                   - Lernen von Testen

- Mathematik                                                                                      - Zimmer aufräumen, neu einrichten

- lange an der Sonne wandern                                                      - beim Fischen

- beim Fussball                                                                                    - beim Bauen und Löten

 

Nach allem Nachdenken:  Was bedeutet nun eigentlich „Ausdauer“?

Dranbleiben, durchhalten.

Fertigmachen, was man angefangen hat.

Dranbleiben - egal ob spannend oder langweilig.

Weitermachen, auch wenn man keine Lust mehr hat.

Zuhause üben, still und ruhig zu bleiben.

Bei einem Rennen die Geschwindigkeit einteilen.

 

Was denkst du – bist du in den letzten Monaten in der Schule ausdauernder

geworden?  

- Ja:  13                               

- Ein bisschen: 1

- Eher nein: 5

- Weiss es nicht: 1

 

Was glaubst du, was erwartet dich in Zukunft? Wirst du bei deinen Tätigkeiten mehr

oder weniger Ausdauer haben müssen?  

- Mehr Ausdauer als jetzt:    18

- Es kommt auf die Situation an: 1

 

Hat sich die Ausdauer bei deinen Tätigkeiten gelohnt?

Ja:    20              

Gründe:  Letzt endlich weniger Arbeit und vielleicht weniger Hausaufgaben, man lernt

mehr und macht Fortschritte, man kommt nicht in Rückstand, bessere Noten, irgendeinmal mehr Geld verdienen.

 

Wie wichtig ist beim Thema „Ausdauer“ dein eigener Wille?

Sehr wichtig:   20                                    

Gründe: Wenn der Wille schwach ist, kann man weniger gut arbeiten. Wenn man nicht will, gibt man sich weniger Mühe. Es liegt also an uns selbst und nicht an jemandem anderen.

1.       Erhebung:

Die SuS hatten den Auftrag, während vierzehn Tagen Tätigkeiten, wo Ausdauer vorkommt, aufzulisten und folgende Fragen zu beantworten:

a.       Warum machst du etwas ausdauernd? Was treibt dich an?

b.       Was unterstützt dich, mit Ausdauer etwas zu tun?

2.       Auswertung:

Die Resultate haben wir zusammengetragen und besprochen. Hier zeigen/haben wir Ausdauer:

-       beim Ausüben von Hobbys: z. Bsp. Jazzercise, Ballett, Fussball, Musikinstrument spielen

-       im Wochenjob: Arbeiten erledigen

-       in der Schule: längere Aufträge bearbeiten; Hausaufgaben erledigen; Vortrag vorbereiten

 

Antworten auf Fragen:

a.       es macht Spass; um Erfolg zu haben, gute Noten zu erzielen; um ein gestecktes Ziel zu erreichen, z. Bsp. etwas zu lernen; Ehrgeiz; um längere Arbeiten zu Ende zu bringen; Pflicht erfüllen;

b.       Musik bei Ausdauer im Sport oder bei monotonen Arbeiten; Ruhe bei Arbeiten, die Konzentration erfordern; wiederholtes Trainieren, Steigern der Zeitdauer einer Aktivität; Widerstände überwinden; Erfolge (erreichte Ziele, gute Noten, Lob); anspornende Worte

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Ausblick auf 2. Teil:

 

1.       Persönliches Projekt durchführen und dokumentieren:

Nach den Frühlingsferien führen die SuS individuelle Projekte in der Schule durch und wenden verschiedene Unterstützungsmassnahmen und Tricks an, um ausdauernd etwas zu tun bzw. die Ausdauer zu verbessern. Dabei dokumentieren sie die Resultate.

 

2.       Erfahrungen in Klasse austauschen:

Nach drei, vier Wochen werden die bisherigen Erfahrungen ausgetauscht und festgehalten, was sich bewährt hat.

 

3.       neue Ideen in Ausdauerprojekt einbauen:

Erfolgreiche Strategien, die noch nicht ausprobiert worden sind, die aber anderen geholfen haben, werden nun im zweiten Teil des Projektes angewandt.

 

4.       Projektauswertung:

Die SuS halten diejenigen Massnahmen und Tricks, welche ihre Ausdauer am meisten unterstützt haben fest, damit sie bei Bedarf darauf zurückgreifen können.