5 Tage, 18 Lernende, 19 Berufe, 42 Firmen – Schnupperwoche 2019

Ich betrete die Bäckerei, in der ich zwischendurch einen Kuchen kaufe. Wie üblich werde ich freundlich begrüsst. Auch das lächelnde Gesicht hinter der Theke kommt mir bekannt vor, aber nicht aus der Bäckerei, sondern aus dem Schulunterricht. Die Schülerin ist gerade damit beschäftigt belegte Brote in einen Karton zu verpacken, für die Kundin vor mir. Sie übergibt das Produkt, bedankt sich für den Einkauf und geht wieder zur Betreuerin, um einen neuen Auftrag zu fassen.

 

Szenenwechsel zu einer etwas anderen Location bei einem eher ungewöhnlichen Ort. Am Empfang der BKW in Bern melde ich mich an und werde gebeten einen Moment zu warten. Eine Mitarbeiterin holt mich persönlich ab und führt mich in den Untergrund, durch Türen, die nur mit einem Badge zugänglich sind. Plötzlich stehe ich in einer grossen Kantine, in der das Team damit beschäftigt ist, das Mittagessen für die 300 Mitarbeiter, die an diesem Tag erwartet werden, vorzubereiten. Darunter ist auch ein Schüler, der gerade damit beschäftigt ist, Gemüse zu schneiden. Hygiene und Sicherheit stehen an erster Stelle.

 

Dies sind nur zwei der Szenen, die sich mir diese Woche geboten haben, in der ich meine Klasse während ihrer Berufserkundungswoche besuchte. Im Gespräch mit den Betreuenden und den einzelnen Lernenden habe ich viele interessante Einblicke in die zukünftige Arbeitswelt der Schülerinnen und Schüler erhalten. Die Betriebe schätzten die Besuche durch die Lehrperson in den meisten Fällen und gaben auch ein paar wertvolle Tipps mit auf den Weg, die an die Jugendlichen weitergegeben werden können. Dabei wurde am häufigsten erwähnt, dass sich die Neugier und Motivation zu einem Beruf durch aktives Fragen und die Unterhaltung mit anderen Mitarbeitern erkennen lässt. Zudem wird auch ein höflicher Umgang miteinander - Grüssen von anderen Mitarbeitenden und Siezen von Höhergestellten - noch immer sehr geschätzt.

 

Die Schnuppernden haben viele unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Einzelne haben von den Firmen bereits Einladungen erhalten sich im nächsten Jahr bei ihnen zu bewerben, andere haben festgestellt, dass ihr Traumberuf ganz anders ist, als sie ihn erwartet haben und wahrscheinlich doch nicht in die engere Berufswahl kommt. Zwei Dinge nehmen aber sicher alle Lernenden mit. Müde Beine vom ungewohnt vielen Stehen und die Angst und Freude am kommenden Berufswahlprozess, der für den Einstieg in die Arbeitswelt eine zentrale Rolle einnimmt.

Serge Oberli

 

Es ist erstaunlich wie das Umfeld einen Charakter eines Menschen beeinflussen kann. Bis anhin habe ich die Schülerinnen und Schüler vorwiegend im Klassenverband und unter Ihresgleichen erlebt. Dies hat mir ein gewisses Bild eines jeden vermittelt. Bei den meisten passte dies zu meinen Erwartungen und Vorstellungen einer Schülerin oder eines Schülers der achten Klasse, bei anderen war ich doch sehr überrascht.

 

Alle Jugendlichen haben sich während dieser Woche sehr gut in die Arbeitswelt integriert. Von Übermut oder kindlichem Verhalten, wie es manchmal in der Schule noch zu erleben ist, war nichts mehr zu spüren. Ich konnte mit den Schülerinnen und Schülern sehr interessante und aufschlussreiche Gespräche führen; konnte mir Arbeitsabläufe erklären und mich durch den Betrieb führen lassen. Mir erschienen alle reifer und abgeklärter als je zuvor, fähig für diesen neuen Abschnitt, welchen sie doch schon bald antreten werden.

Unser Ziel wird es nun sein, diese Erfahrung, diese „neue Seite“ in die Schule zu tragen und sie zu leben, denn so können alle noch sehr viel von der verbleibenden Schulzeit profitieren.

 

Die erhaltenen Rückmeldungen aus den Gesprächen mit den Ausbilderinnen und Ausbilder waren ausnahmslos positiv. Die Achtklässler haben bestimmt aus dieser Woche einen grossen Nutzen ziehen können; sie haben aber auch eine gute Visitenkarte unserer Schule hinterlassen und dafür gebührt allen Jugendlichen der 8s ein grosses Dankeschön.

 

Urs Münger

 

Wir bedanken uns bei allen Firmen, die sich die Zeit genommen haben, einer neuen Generation einen Einblick in die Berufswelt zu gewähren.

 

In Utzenstorf

Gemeindeverwaltung Utzenstorf, Stiftung Mösli, Ruef Immobilien, Steffen-Ris, Migros, Kita Chutz, Kilcher Recycling, Pfiffner AG, Studer Holz, Werkhof, Landi, Fröschli Börse, EP Mühle, ISP Elektro, Physikalische Therapie Kilchenmann, Schule Utzenstorf

 

In Bätterkinden

Bäckerei Stucki, Casa Nobile, Drogerie Elmer, Rüegsegger Elektro AG,

 

In Kirchberg

Pro Ampac, Selecta, Emmi, HP AG Architektur, Drogerie Käser & Vögeli, Küffer AG, Anlagebau AG, BW Architekten, A + W Architekten, Bernerland Bank,

 

In Burgdorf

Kita Bucher Areal, Simon Keller AG, Spital Emmental, Spitex, Baumann Carosserie, Sunrise, Ryser Apotheke, Rondo, Interdiscount, AvS Hausdesign, Kurwerk, Stadtverwaltung, UBS,

 

In Koppigen

Drogerie Egger, Kita Sunnestrahl, Flury Bäckerei

 

Weitere Betriebe

 

BSH Schütz, Wiler

Kita Chinderoase, Gerlafingen

Boutique Blancados, Solothurn

SV group, Bern

Mediamarkt, Lyssach

Blickle, Lyssach

Graf Holzbau, Burglauenen

Garage Bortignon, Gerlafingen

Koch AG, Solothurn

Tierheim Waldegg, Weier i.E.

Inselspital, Bern

Forster AG, Pfaffnau

Tschudin AG, Grenchen

Praxis Dr. A. Carnelli, Kriegstetten

Architekt BSA SIA, Bern

Nemeth, Hinterkappelen

Treuhand GF AG, Herzogenbuchsee

Physiotherapie Koch, Solothurn

BSB und Partner, Biberist

Musikschule, Jegenstorf

Skyguide, Grenchen

Valiant AG, Jegenstorf